Einrichtungstrends kommen und gehen – manchmal kehren sie zurück
Wohntrends befinden sich im ständigen Wandel. Was gestern als Inbegriff guten Geschmacks galt, wirkt heute schnell hoffnungslos verstaubt. Beliebte Farbtöne, eigenwillige Formen und ungewöhnliche Materialien werden in rasantem Tempo von neuen Strömungen abgelöst.
Dieses ewige Kreislaufprinzip zeigt sich deutlich, wenn man einen Blick in Keller, Dachboden oder vergessene Abstellkammern wirft. Dort lagern oft Dinge, bei denen man kaum glaubt, dass sie jemals wieder das Tageslicht erblicken werden. Doch die Wahrnehmung von Antiquitäten und Retrodesign hat sich grundlegend verändert. Was einst als lästiger Staubfänger galt, kann sich plötzlich in ein begehrtes Sammlerstück verwandeln.
Die Rückkehr der legendären Retrolampen
Wer an die ikonische Retroära zurückdenkt, hat sofort Bilder vor Augen: Wohnzimmer voller kräftiger Farben und gewagter geometrischer Muster. Die Einrichtung jener Zeit war geprägt von leichten Möbeln mit schlanken Beinen.
Furnierholz wurde häufig mit Hochglanzoberflächen, farbenfrohem Kunststoff und auffälligen Stoffen kombiniert – das ergab eine unverwechselbare visuelle Identität, die bis heute sofort wiedererkennbar ist.
Zu den absoluten Kernelementen der damaligen Wohnästhetik zählten Tischlampen mit großen, runden Schirmen. Diese markanten Designobjekte erlebten vor allem in den 70er-Jahren eine enorme Beliebtheit.
Ihre charakteristische Form erinnerte häufig an den Hut eines riesigen Pilzes und fügte sich perfekt in die zukunftsorientierte Ästhetik jener Epoche ein. Hergestellt wurden sie vorwiegend aus luxuriösem Opalglas, glänzendem Chrom oder eingefärbtem Kunststoff.
Kunststoff- und Glasvarianten im Vergleich
- Kunststoffmodelle: Sie leuchteten in intensiven Tönen von Rot und Orange bis hin zu Ocker und kräftigem Gelb. Der Schirm saß meist auf einem Sockel aus Metall oder Kunststoff, der das Licht geschickt nach unten lenkte. Das erzeugte eine außergewöhnlich intime und gedämpfte Atmosphäre im Raum.
- Glasvarianten: Hier war der Ausdruck eine Spur eleganter. Der gesamte Lampenkörper konnte aus reinem Opalglas, geschichtetem Glas oder sogar fein handbemaltem Glas gefertigt sein.
Ein verborgener Schatz mit erheblichem Wert
Dieses unverkennbare Retrodesign erlebt seit einigen Jahren eine gewaltige Wiederbelebung. Während moderne Möbelhersteller neue Nachbildungen auf den Markt bringen, werden gut erhaltene Originale aus dem vergangenen Jahrhundert auf Sammlermessen für tausende Euro verkauft.
Experten und Designenthusiasten fahnden dabei gezielt nach voll funktionsfähigen Exemplaren in einwandfreiem Zustand. Einen besonderen Stellenwert genießen dabei Modelle des renommierten Designers Josef Hůrka. Das Augenmerk der Sammler richtet sich insbesondere auf das bekannte Modell Typ 1705, das in Fachkreisen oft liebevoll als „Stativ“ bezeichnet wird.
Dieses spezielle Modell hebt sich durch seine drei schlanken Metallbeine hervor, die sich elegant direkt unterhalb des kegelförmigen Schirms vereinen. Genau diese minimalistische Formensprache, kombiniert mit einer hochwertigen Lackierung, hat die Lampe zu einer der meistgesuchten Raritäten auf dem heutigen Sammlermarkt gemacht.
Also: Beim nächsten Gang auf den Dachboden oder in den hintersten Winkel des Kellers lohnt es sich, die alten Lampen dort einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht schlummert bei Ihnen zu Hause eine echte Designikone – und das völlig unbemerkt.










