Vom ersten Tag an unter Beschuss
Die Ernennung von Kash Patel zum FBI-Direktor war von Anfang an von scharfer Kritik begleitet. Erfahrene Sicherheitsexperten zweifelten öffentlich an seinen Qualifikationen und machten deutlich, dass sein steiler Aufstieg vor allem auf blinder Loyalität gegenüber der früheren Regierung beruhe. Mit der Zeit festigte sich der Eindruck, dass der neue Direktor weit mehr Energie in die Pflege seines eigenen Medienauftritts steckt als in die eigentliche Sicherheitsarbeit. Nun bestätigen frische Enthüllungen investigativer Journalisten genau diese Befürchtungen.
Geleakte Textnachrichten enthüllen alles
Dank eines Informationsfreiheitsantrags gelang es der unabhängigen Journalistin Sethu Hettenovi, an eine äußerst brisante Korrespondenz heranzukommen. Dabei handelt es sich um interne SMS-Nachrichten zwischen Patel und dem stellvertretenden PR-Chef des FBI, Ben Williamson. Der Inhalt dieser Unterhaltung zeichnet ein unmissverständliches Bild: Der oberste Chef der Behörde geriet wegen eines winzigen, unbedeutenden Social-Media-Profils namens IfindRetards völlig außer sich.
Dieser Online-Troll hatte ein Foto des FBI-Direktors selbst geteilt – versehen mit einem äußerst abfälligen Kommentar. In dem Beitrag hieß es, sein „Retardierungswert“ habe soeben einen historischen Höchststand erreicht, wozu der Verfasser ihm sarkastisch gratulierte.
Forderung nach offiziellem Eingreifen
Die veröffentlichten Nachrichten belegen, wie verbissen Patel davon überzeugt war, dass ein solcher digitaler Angriff eine blitzschnelle Reaktion erfordere. Er verlangte ausdrücklich, dass die Antwort direkt über den offiziellen Account der Behörde erfolgen solle. Sein Argument: Die Öffentlichkeit müsse unbedingt sehen, welch hervorragende Arbeit die Ermittler tagtäglich leisten.
Als der PR-Verantwortliche versuchte, ihn von dieser höchst ungewöhnlichen Idee abzubringen und sie als kommunikatives Desaster bezeichnete, ließ Patel nicht locker. In einer gereizten Antwort stellte er klar, dass es ihm überhaupt nicht um die Urheber der Beleidigung gehe, sondern einzig und allein um die Reichweite des Beitrags. Seine Logik war simpel: Wenn die Leute solche Posts ohnehin in Massen sehen, sollten sie dabei sofort mit offiziellen Erfolgszahlen des FBI konfrontiert werden.
Eine gefährliche Besessenheit mit dem eigenen Image
Der Zeitpunkt dieses bizarren Vorfalls ist keineswegs zufällig. Der provokante Beitrag erschien im Februar – ausgerechnet an jenem Tag, als der Behördenchef wegen mysteriös verschwundener Dokumente im hochsensiblen Fall um Jeffrey Epstein unter massivem Druck und heftiger öffentlicher Kritik stand.
Es ist zudem bei weitem nicht das erste Mal, dass der Chef der renommierten Ermittlungsbehörde versucht, seinen angeschlagenen Ruf mitten in einem Sturm zu retten. Seine riskante Faszination für soziale Medien trat erst kürzlich wieder offen zutage.
Bei den Ermittlungen zum Attentat auf Charlie Kirk im vergangenen Jahr hatte der Direktor es offenbar eilig, hochsensible Informationen aus dem laufenden Verfahren öffentlich zu machen. Dieses zutiefst unprofessionelle Vorgehen führte dazu, dass irreführende Falschinformationen über die offiziellen Kanäle verbreitet wurden – lange bevor die Behauptungen überhaupt verifiziert werden konnten.
Die vorschnelle Meldung, der Täter sei gefasst worden, sorgte damals für erhebliche öffentliche Aufruhr. Kommentatoren und Politiker aus dem gesamten politischen Spektrum warfen ihm anschließend grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit dem Ermittlungsverfahren vor. Die Bundesbehörde hat es – wenig überraschend – vollständig abgelehnt, die aufsehenerregenden Vorgänge und die kürzlich geleakte Korrespondenz zu kommentieren.










