Ein neues Leben nach dem schweren Verlust
In ihrem großen Haus in Åbyhøj hat die Autorin und TV-Moderatorin Anne Hjernøe ein neues Leben aufgebaut – nach dem schmerzhaften Verlust ihres Ehemannes Jens Folmer Jepsen, der im Herbst 2024 verstarb. Zwei Jahre nach seinem Tod spricht die bekannte TV-Persönlichkeit offen darüber, wie sich ihr Alltag und ihr Bedürfnis nach Gesellschaft schrittweise gewandelt haben.
In einem ausführlichen Interview mit der Zeitschrift Hendes Verden schildert sie, wie die Trauer langsam ihren Blick auf das eigene Zuhause und auf gesellige Zusammenkünfte verändert hat.
Von großen Abendgesellschaften zu Runden mit 4 bis 6 Personen
Früher war der lange Esstisch in Åbyhøj ein fester Treffpunkt für bis zu 12 Gäste gleichzeitig. Ihr Ehemann brachte regelmäßig Künstler, Kollegen und Freunde zusammen, während Anne Hjernøe für das Kochen zuständig war. Seit seinem Tod hat sie jedoch ein völlig neues Bedürfnis entdeckt – eines, das sich grundlegend von früher unterscheidet.
Wo einst große Feiern den Kalender bestimmten, fühlt sich die TV-Moderatorin heute in deutlich kleineren und intimeren Runden am wohlsten.
„Mir ist bewusst geworden, dass ich wohl eher ein Typ für Abendessen mit 4, maximal 6 Personen bin. Es ist wunderschön, zu zwölft zu sein. Aber ich mag kleinere Gesellschaften eigentlich lieber, weil ich ein durch und durch kommunikativer Mensch bin“, erklärt Anne Hjernøe.
Kleider sortieren und bedeutungsvolle Erinnerungen im Zuhause bewahren
Das Aufräumen nach dem Tod ihres Mannes war ein langwieriger Prozess, bei dem nur die bedeutungsvollsten Gegenstände behalten wurden. Kunstwerke, ein besonderer Stuhl mit Schaffell am Esstisch sowie seine Lieblingssweatshirts sind nach wie vor fester Bestandteil des Hauses.
Ein Teil der Kleidung wurde mit der Zeit aussortiert, doch einzelne Sweatshirts des Verstorbenen trägt heute Tochter Camille.
„Die Trauer hat mir gezeigt, dass man einfach in sich hineinhorchen muss – und die Dinge dann tun sollte, wenn es sich richtig anfühlt. Das Wegwerfen der Kleidung eines Mannes wird sich niemals richtig anfühlen. Aber ich habe irgendwann einen Punkt erreicht, an dem ich es brauchte“, erklärt Anne Hjernøe.
Rat eines Pfarrers: Familie trifft sich zweimal im Jahr
Auf Empfehlung eines örtlichen Pfarrers hat die Familie beschlossen, besondere Gedenktage in einem sehr kleinen Kreis zu begehen. Nur die Allernächsten – Anne Hjernøe selbst, die Kinder und die Schwestern des Verstorbenen – kommen zu den zwei jährlichen Gedenktagen zusammen: dem Geburtstag und dem Todestag.
Indem die Runde auf den engsten Familienkreis beschränkt wird, entsteht ein gemeinsamer Rahmen für die Trauer, in dem wirklich Raum zum Erinnern bleibt.
„Wir kommen an seinem Geburtstag und an seinem Todestag zusammen. Und obwohl Folmer wirklich viele gute Freunde hatte, sind wir nur eine ganz kleine Gruppe. Ich, seine Kinder und seine Schwestern“, ergänzt Anne Hjernøe.
Es ist wichtig zu betonen, dass Trauerreaktionen und der Umgang mit Verlust sehr individuelle Prozesse sind. Wer unter schwerem oder anhaltendem Leid leidet, sollte stets professionelle Unterstützung bei einem Psychologen oder Trauerbegleiter suchen.










