Wochen voller Hitze – und Deutschlands Gärten leiden
Seit Wochen brennt die Sonne unbarmherzig über Deutschland. Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad sind längst kein Ausnahmefall mehr, sondern scheinen sich als neuer Sommerstandard zu etablieren. Für uns Menschen ist das kaum auszuhalten – für Pflanzen ist es noch dramatischer.
Wer seinen Garten oder die Balkonpflanzen in dieser Hitze nicht ausreichend wässert, wird schon bald halbverdorrte Gewächse aus dem Boden ziehen. Der Blütentraum, den man seit dem Frühjahr liebevoll herangezogen hat? Vorbei.
Wasserverbote in Deutschland: Gießen nur noch nach der Uhr
Um der zunehmenden Wasserknappheit entgegenzuwirken, haben zahlreiche Städte in Deutschland Wasserverbote erlassen. Auch München gehört seit dem 14. Juli dazu. Die Regeln dort sind eindeutig: kein Rasensprengen, Gießen erst ab 19 Uhr – und den eigenen Pool zu befüllen ist ohnehin tabu.
Nicht jeder dürfte das begeistert aufnehmen. Schließlich gilt der eigene Garten oder Balkon für viele als privater Rückzugsort. Die teuer gekauften und liebevoll gepflegten Pflanzen einfach vertrocknen lassen? Den Rasen sich selbst überlassen, bis er braun und spröde wird? Für zahlreiche Gartenbesitzer eine unvorstellbare Vorstellung.
Gartenbesitzer in der Pflicht – ist das gerechtfertigt?
Damit niemand auf die Idee kommt, die Verbote stillschweigend zu ignorieren, drohen die Städte mit empfindlichen Bußgeldern. In München können Verstöße gegen das Wasserhaushaltsgesetz mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Ein äußerst teurer Preis für ein bisschen grünen Rasen.
Doch ohne solche Konsequenzen würde es wohl kaum funktionieren. Würden die Städte allein auf Vernunft und freundliche Appelle setzen, dürfte sich am tatsächlichen Gießverhalten der meisten Menschen wenig ändern. Wenn bloßes Zureden ausreichen würde, bräuchte es schließlich auch keine anderen Gesetze.
Natürlich wird es dennoch Gartenbesitzer geben, die Kontrollen auf die leichte Schulter nehmen und auf wohlwollende Nachbarn hoffen. Doch durch die Wasserverbote wird zumindest ein breites Bewusstsein für das Thema geschaffen – und genau das gibt den Grundwasserspeichern eine echte Chance, sich rasch wieder zu erholen.
Über die Autorin
Andrea Stettner schreibt als Gartenredakteurin täglich über alles, was wächst, blüht und gedeiht. Dabei tauscht sie sich regelmäßig mit Gartenexperten aus und teilt die besten Tipps direkt aus der Praxis – vom richtigen Rückschnitt bis zum Umgang mit hartnäckigen Schädlingen.










