Heiße britische Sommer zwingen RHS dazu, Hortensien nach Yorkshire und Manchester zu verlegen

Wenn der Klimawandel die Gartenplanung auf den Kopf stellt

Die gepflegten Sommergärten und öffentlichen Parks Großbritanniens galten seit jeher als Inbegriff üppiger Blütenpracht. Doch der Klimawandel schreibt die ungeschriebenen Regeln der Gartenkunst gerade vollständig um. Mit zunehmender Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen zeigen selbst die beliebtesten Gartenklassiker alarmierende Stresssymptome.

Die große Wanderung in den kühleren Norden

Der steigende Temperaturdruck hat die renommierte Gartenorganisation RHS zu einer radikalen Neuausrichtung ihrer Bepflanzungsstrategie gezwungen. Die berühmte Hortensiensammlung soll ihren angestammten Standort im Garten Wisley in Surrey verlassen. Als neues, klimatisch günstigeres Zuhause sind künftig Greater Manchester und North Yorkshire vorgesehen.

Aktuelle botanische Daten verdeutlichen die Dringlichkeit dieser Entscheidung eindrucksvoll. Seit 2023 hat sich die Zahl der Anfragen besorgter Hobbygärtner wegen hitzebedingter Schäden an Hortensien schlicht verdreifacht. In kürzester Zeit hat sich die beliebte Pflanze vom siebten Platz auf den Spitzenreiter der Liste jener Arten vorgeschoben, die unter extremer Hitze am stärksten leiden.

Erfahrene Gärtner und Botaniker weisen darauf hin, dass Sorten mit großen kugel- oder schirmförmigen Blütenköpfen auf sonnigen, sandigen Standorten besonders stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Fachleute sind sich einig: Die nördlicheren Gärten bieten eine deutlich bessere Bodenqualität und ein ideales Mikroklima für diese feuchtigkeitsliebenden Arten.

Doch die botanische Völkerwanderung betrifft nicht nur die Hortensien. Auch preisgekrönte Rhododendron-Sammlungen werden in kühlere Regionen verlagert. Darüber hinaus zieht die nationale Stachelbeeren- und Rhabarbersammlung komplett von Süden nach Salford um.

Neue Überlebensstrategien für heiße Sommer

Während die traditionelle Flora im Süden des Landes gegen unerbittliche Temperaturen kämpft, entsteht dort gleichzeitig Raum für neue und überraschende Pflanzenarten. Tropische Gewächse und Mittelmeerflora gedeihen im aufgeheizten Klima auffallend gut. In den südlichen Gärten wachsen Feigenbäume und Mandeln, während man in Yorkshire inzwischen sogar blühende Lotusblumen und Bananenpalmen bewundern kann.

Um die empfindlichsten Sträucher im eigenen Garten zu schützen, empfehlen Fachleute folgende Maßnahmen:

  • Schattige Standortwahl: Hortensien in Kübeln sollten bei extremer Hitze unverzüglich in den Halbschatten gestellt werden.
  • Intensiveres Gießen: Die Pflanzen brauchen gründliches und tiefes Wässern – oberflächliches, häufiges Besprühen reicht schlicht nicht aus.
  • Mulchschicht auftragen: Eine dicke Lage Rindenmulch oder Kompost ist entscheidend, um die notwendige Bodenfeuchtigkeit langfristig zu erhalten.

Wer dauerhaft eingepflanzte Sträucher hat, die an sonnigen Plätzen sichtbar vertrocknen, dem raten Experten klar: Im Herbst am besten an einen schattigeren Standort umpflanzen.

Die Praxis zeigt, dass im Halbschatten stehende Sträucher längere Trockenperioden mit wesentlich geringeren Schäden überstehen. Diese neue Klimarealität zwingt Fachleute dazu, sämtliche Bepflanzungsstrategien in den wärmsten Regionen des Landes grundlegend zu überdenken.

Author

  • Felix Schneider ist ein deutscher Autor, der praktische Ratschläge zu Haushalt, Garten und smarter Alltagsorganisation teilt. Seine Beiträge helfen dabei, den Alltag einfacher und effizienter zu gestalten. %page%

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