Frühere US-Fernsehmoderatorin verklagt Fox wegen Diskriminierung

Zwei grundlegend verschiedene Versionen ein und derselben Kündigung

Das Sender-Netzwerk besteht darauf, dass die bekannte Nachrichtenmoderatorin aufgrund unangemessenen Verhaltens am Arbeitsplatz entlassen wurde. Die betroffene Frau sieht das jedoch völlig anders – sie beharrt darauf, dass der eigentliche Grund ihre Beschwerden über geschlechtsbezogene Benachteiligung waren.

Als ehemalige Hauptmoderatorin bei WJBK Fox 2 Detroit hat Taryn Asher nun rechtliche Schritte gegen Fox Television Stations und New World Communications eingeleitet. Im Mittelpunkt dieses Rechtsstreits stehen Vorwürfe der Geschlechterdiskriminierung sowie einer anschließenden Vergeltungsaktion seitens der Unternehmensführung, die im November 2025 schließlich zu ihrer Entlassung führte.

Den Gerichtsdokumenten zufolge hatte die Moderatorin wiederholt auf eine deutliche Bevorzugung ihrer männlichen Kollegen hingewiesen. So beklagte sie unter anderem, dass die Männer deutlich flexiblere Arbeitszeiten genossen und die prestigeträchtigsten Interviews mit prominenten Gästen zugeteilt bekamen. Ihr Anwalt betonte außerdem, dass sie sich auch konkret über die offensichtliche Sonderbehandlung ihres männlichen Co-Moderators beschwert hatte.

Die Führungsebene bei Fox weist sämtliche dieser Vorwürfe kategorisch zurück. Vertreter des Medienunternehmens streiten ab, dass die Kündigung auch nur im Entferntesten mit Diskriminierung oder persönlicher Rache zu tun habe. Stattdessen behaupten sie, die Entscheidung sei ausschließlich aufgrund des problematischen Verhaltens gefallen, das zu ernsthaften Konflikten im Team geführt habe.

Interne Beschwerden und bezahlter Zwangsurlaub

In ihrer offiziellen Erwiderung erklären die Anwälte des Senders, dass die Unternehmensleitung kurz vor dem 5. November eine Vielzahl von Bedenken frustrierter Mitarbeiter erhalten habe. Das Arbeitsklima in der Redaktion soll sich demnach derart zugespitzt haben, dass man die Moderatorin auf bezahlten Urlaub schickte, während eine gründliche interne Untersuchung eingeleitet wurde.

Kurz darauf, am 21. November, erhielt sie die endgültige Mitteilung, dass ihre Zeit vor der Kamera vorbei sei. Als Hauptgründe wurden wiederholte emotionale Ausbrüche mitten im Newsroom sowie mehrere dokumentierte Vorfälle genannt, bei denen sie sich gegenüber Kollegen grob unprofessionell verhalten haben soll.

Die frühere Nachrichtensprecherin ist jedoch der festen Überzeugung, dass gewöhnliche Meinungsverschiedenheiten eine sofortige Entlassung keineswegs rechtfertigen. Mit ihrer Klage rückt sie das ins Scheinwerferlicht, was sie als weit verbreitete Doppelmoral am Arbeitsplatz bezeichnet. Sie behauptet, dass männliche Mitarbeiter mit nachweislich unangemessenem Verhalten in der Vergangenheit mit weit milderen Konsequenzen davonkamen – was das Netzwerk entschieden bestreitet.

Geleakte Aufnahmen aus der Redaktion sorgen für Aufsehen

Der Fall hat jüngst neue Dynamik gewonnen, nachdem mehrere Hinter-den-Kulissen-Videos aufgetaucht sind, die das angeblich toxische Verhalten dokumentieren sollen. Diese Aufnahmen haben naturgemäß enormes öffentliches Interesse geweckt und werfen ein kritisches Licht auf die offizielle Erklärung des Senders für die plötzliche Entlassung.

Auf den Aufnahmen ist eine äußerst angespannte Auseinandersetzung zu sehen, die stattfand, während Taryn Asher sich auf die Aufzeichnung einer Informationskampagne vorbereitete. Ihr Verteidigungsanwalt betonte jedoch umgehend, dass dem geleakten Material jeglicher Kontext fehle. Er wies darauf hin, dass der Vorfall mehrere Jahre zurückliege und die damalige Unternehmensführung die Angelegenheit intern längst abgeschlossen hatte.

Trotz aller Gegenargumente besteht Fox unnachgiebig darauf, dass die Kündigung einzig und allein die unvermeidliche Folge eines vollständig zerrütteten Arbeitsklimas gewesen sei. Die entlassene Moderatorin hingegen betrachtet die Entlassung als reinen Vorwand – ein gezieltes Instrument, um sie dafür zu bestrafen, dass sie den Mut aufgebracht hatte, geschlechtliche Ungleichbehandlung bei einem der großen amerikanischen Fernsehsender öffentlich anzusprechen.

Author

  • Felix Schneider ist ein deutscher Autor, der praktische Ratschläge zu Haushalt, Garten und smarter Alltagsorganisation teilt. Seine Beiträge helfen dabei, den Alltag einfacher und effizienter zu gestalten. %page%

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