Jared Kushner schiebt die Schuld für gescheiterte Friedensabkommen auf Trump: „Wir tun genau das, was er verlangt“

Ein grundlegendes Vertrauensproblem

In der Privatwirtschaft schauen Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch genau auf frühere Leistungen. Wer eine Spur halbfertiger Projekte hinterlässt, wird von den meisten Unternehmen schnell aussortiert.

Doch auf dem absoluten Spitzenniveau der internationalen Großpolitik scheinen offenbar völlig andere Regeln zu gelten.

Ein unangenehmes Aufeinandertreffen vor laufenden Kameras

Kürzlich geriet der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten mitten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew in echte Bedrängnis – und das vor laufenden Fernsehkameras. Ein erfahrener Auslandskorrespondent konfrontierte ihn dort mit einer Reihe äußerst kritischer Fragen, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Der Journalist wollte eine glasklare Antwort darauf, warum die internationale Gemeinschaft ausgerechnet diesem Geschäftsmann bei komplizierten Friedensverhandlungen vertrauen sollte. Angesichts seiner bisherigen beruflichen Bilanz wurden erhebliche Zweifel an seiner Fähigkeit laut, in der aktuellen Lage greifbare Ergebnisse zu erzielen.

„Sie haben unzählige Verhandlungen in verschiedenen Teilen der Welt hinter sich“, leitete der Reporter seinen Angriff ein – und bezweifelte offen, ob Kushner in der Lage sei, einen erfolgreichen Abschluss zu erzielen.

Eine lange Liste außenpolitischer Misserfolge

Ohne zu zögern begann der Fernsehjournalist, eine Reihe globaler Krisenherde aufzuzählen, in denen der Sondergesandte bereits als Vermittler aufgetreten war.

Das Augenmerk fiel rasch auf das anhaltende Chaos im Nahen Osten sowie auf die dauerhaft schwelenden Spannungen mit dem Iran. Im Verlauf des hitzigen Schlagabtauschs wurde zudem betont, dass Gaza – obwohl Jared Kushner dort tief in die Diplomatie eingebunden war – heute in weiten Teilen als unbewohnbare Trümmerlandschaft gilt.

Auch der laufende Krieg in Osteuropa wurde in die Diskussion hineingezogen. Der Korrespondent machte unmissverständlich klar, dass die früheren Vorgespräche dem Blutvergießen in der Region keineswegs ein Ende gesetzt haben – ganz im Gegenteil. Der direkte Druck drängte den Gesandten rasch in die Defensive.

Die Verteidigung der eigenen diplomatischen Bilanz

Ein sichtlich überraschter Berater versuchte, die Kritik abzufedern, indem er geopolitische Konflikte mit einem außerordentlich komplexen Puzzle verglich. Er betonte, dass er sich bewusst den schwierigsten Problemen der Welt widme – und dass dies schlicht einen enormen Arbeitsaufwand erfordere, um echte Fortschritte zu erzielen.

Im selben Atemzug hob er seine Zusammenarbeit mit dem einflussreichen Milliardär und Immobilieninvestor Steve Witkoff hervor. Obwohl die beiden Persönlichkeiten am Verhandlungstisch sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen, funktioniere ihre Zusammenarbeit angeblich reibungslos.

„Wir vertreten Präsident Trump, und wir handeln genau so, wie er es von uns erwartet“, lautete die nachdrückliche Gegendarstellung.

Der brutale Abgleich mit der Realität

Um seine angeschlagene Glaubwürdigkeit zu retten, verwies der Gesandte auf frühere Erfolge – darunter den Abschluss wichtiger Handelsabkommen sowie die Vorbereitungen für die Fußballweltmeisterschaft 2026. Anschließend ging er zum Gegenangriff über und kritisierte den konfrontativen Ton des Journalisten scharf.

Er zeigte sich zutiefst unzufrieden mit der Prämisse, er habe versagt, nur weil er keine Wunder vollbracht habe. Stattdessen bestand er hartnäckig darauf, dass sein Verhandlungsteam unter der vorherigen Regierung tatsächlich Ziele erreicht habe, die viele für undenkbar gehalten hatten.

Die tatsächliche Lage vor Ort zeichnet jedoch ein deutlich düstereres Bild.

Ausgerechnet an einem Dienstag starteten russische Streitkräfte eine weitere massive Welle von Luftangriffen auf Kiew, die tragischerweise mindst zwei Menschenleben kostete. Diese unerbittlich fortgesetzte Aggression wirft unweigerlich einen langen Schatten der Skepsis auf die Wirksamkeit der derzeitigen Friedensbemühungen.

Author

  • Felix Schneider ist ein deutscher Autor, der praktische Ratschläge zu Haushalt, Garten und smarter Alltagsorganisation teilt. Seine Beiträge helfen dabei, den Alltag einfacher und effizienter zu gestalten. %page%

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