Ärzte warnen: Arbeitsrechner wegschließen und Doomscrolling am Wochenende stoppen

Echte Erholung ist biologisch notwendig – nicht optional

Das Wochenende ist endlich da, doch allein frei zu haben reicht selten aus, um wirklich zur Ruhe zu kommen. Sich zwei Tage vollständig aus dem Alltag auszuklinken ist keine überflüssige Extravaganz – es ist eine handfeste biologische Notwendigkeit für ein gesundes Leben.

Führende Fachleute betonen, dass eine konsequente Trennung vom Berufsalltag dem Körper erlaubt, seine erschöpften Energiereserven gezielt wieder aufzufüllen. Unser geistiges und körperliches System arbeitet während langer Arbeitstage auf Hochtouren – und braucht deshalb optimale Bedingungen, um sich wirklich regenerieren zu können.

Tracy Dumas, Dozentin an der Ohio State University, hebt dabei einen entscheidenden Punkt hervor. Jede erdenkliche Auszeit von beruflichen Verpflichtungen spielt eine zentrale Rolle für unsere Erholungsfähigkeit – ob langer Urlaub, ein Wochenende oder einfach ein einzelner freier Tag.

Diese Einschätzung teilt auch Mike Sevilla, praktizierender Arzt in Ohio, vollständig. Er beobachtet in seiner täglichen Arbeit, dass Menschen sowohl körperliche Distanz als auch bewusst freigehaltene Zeit brauchen, um das mentale System nach einer anstrengenden Arbeitswoche neu zu starten.

Einen Plan für die mentale Erholung aufstellen

Zwei komplett leere Freitage ohne jede Tagesstruktur können schnell zur verschwendeten Gelegenheit werden. Wer nicht im Voraus einen kleinen Ausflug oder eine angenehme Aktivität geplant hat, dem rinnen die wertvollen Stunden unbemerkt durch die Finger.

Alayna L. Park, Assistenzprofessorin für Psychologie an der University of Oregon, erklärt, dass die aktive Planung angenehmer Aktivitäten die mit Abstand wirkungsvollste Methode ist, um das Maximum aus den freien Tagen herauszuholen.

Darüber hinaus hat es eine nachweislich positive Wirkung auf die Stimmung während der Arbeitswoche, wenn im Kalender etwas Schönes eingetragen ist. Die Gewissheit, dass bald etwas Angenehmes ansteht, macht selbst die stressigsten und belastendsten Tage im Büro deutlich erträglicher.

Eine weitere ernsthafte Bedrohung für die Freizeit sind leuchtende Bildschirme, die unser Zeitgefühl völlig durcheinanderbringen können. Wer das Smartphone weglegt, findet leichter den Anschluss an die reale Welt. Tauschen Sie das endlose Scrollen gegen ein fesselndes Buch oder einen erfrischenden Spaziergang in der Natur.

Gewohnte Routinen gezielt unterbrechen

Um wirklich spürbar abzuschalten, ist es wichtig, Dinge zu tun, die nichts mit dem eigenen Beruf zu tun haben. Wer fünf Tage die Woche am Schreibtisch sitzt, sollte den Samstag für etwas Kreatives nutzen oder an der frischen Luft aktiv werden.

Dozentin Tracy Dumas empfiehlt ausdrücklich, Aktivitäten aufzusuchen, die völlig andere Ressourcen und Fähigkeiten ansprechen als jene, die man im Berufsalltag täglich einsetzt.

Gleichzeitig warnt sie vor einer weit verbreiteten Falle: der Versuchung, das gesamte Wochenende verschlafen zu wollen. Obwohl ausreichend Schlaf lebenswichtig ist, bringt es der Erholung insgesamt wenig, zwei ganze Tage auf dem Sofa oder im Bett zu verbringen.

Alle visuellen Erinnerungen an die Arbeit aus dem Sichtfeld räumen

Was ist der allerwichtigste Tipp zum Schluss? Den Arbeitsrechner konsequent aus dem Sichtfeld verbannen.

Arzt Mike Sevilla erinnert daran, dass das Gehirn automatisch entspannter wird, sobald alle visuellen Hinweisreize auf die Arbeit aus dem Blickfeld verschwunden sind. Dieser simple Schritt lässt das Wochenende außerdem deutlich länger und erfüllender erscheinen.

Schalten Sie sämtliche Benachrichtigungen des beruflichen E-Mail-Postfachs aus, verstauen Sie das Gerät in einer Schublade und verteidigen Sie Ihre freie Zeit konsequent – sie gehört Ihnen.

Author

  • Felix Schneider ist ein deutscher Autor, der praktische Ratschläge zu Haushalt, Garten und smarter Alltagsorganisation teilt. Seine Beiträge helfen dabei, den Alltag einfacher und effizienter zu gestalten. %page%

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