Beliebtes Urlaubsparadies in tiefer Krise: Rund 75 Prozent der Hotels im Land mussten schließen

Der Tourismus auf der berühmten Karibikinsel bricht ein

Weiße Sandstrände und sonnenüberflutete Küsten gelten für viele Menschen als ultimative Flucht aus dem grauen Alltag. Urlauber zieht es in exotische Gefilde, wo ein wärmeres Klima und ein deutlich entspannteres Lebenstempo auf sie warten.

Weltweit kämpfen Länder erbittert darum, jeden einzelnen Feriengast anzulocken. Läuft der Flugverkehr reibungslos und sind die Unterkünfte ausgebucht, fließen enorme Summen direkt in die Staatskassen der jeweiligen Nationen.

Die Reisebranche ist jedoch äußerst anfällig für äußere Schocks. Störungen im Flugbetrieb, Treibstoffmangel oder globale Wirtschaftserschütterungen können Urlauber und die vielen tausend Beschäftigten im Dienstleistungssektor blitzschnell treffen. Auf begehrten Reisezielen sind diese negativen Folgen nahezu sofort spürbar.

Touristen haben die bekannte Karibikinsel verlassen

Derzeit erlebt der Tourismussektor auf Kuba einen historisch beispiellosen Druck. Laut Premierminister Manuel Marrero ist die gesamte Branche durch strenge US-amerikanische Sanktionen in Kombination mit einem kritischen Treibstoffmangel faktisch lahmgelegt worden.

Die Folgen dieser Entwicklung sind tiefgreifend und beunruhigend. Rund 75 Prozent aller Hotels im Land waren gezwungen, ihre Türen zu schließen – entweder vorübergehend oder dauerhaft. Etwa 25.000 Beschäftigte befinden sich dadurch in einer extrem unsicheren Lage, da ihre Arbeitsplätze massiv reduziert oder vollständig weggefallen sind.

Früher stellte der Tourismus die zweitgrößte Quelle für Devisen auf Kuba dar und sicherte mehr als 300.000 Menschen ihren Lebensunterhalt. Heute liegt das historische Zentrum Havannas, das einst vor ausländischen Besuchern nur so summte, nahezu verlassen da.

Auch der internationale Passagierverkehr hat einen massiven Einbruch erlitten. Als die Behörden in Havanna im Februar offiziell einen erheblichen Mangel an Flugkraftstoff bestätigten, reagierten kanadische, russische und europäische Fluggesellschaften umgehend. Die Krise führte zu umfangreichen Streichungen von Direktflügen auf die Insel.

Im ersten Halbjahr 2026 reisten lediglich rund 360.000 ausländische Gäste nach Kuba. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem dramatischen Rückgang von 58 Prozent.

Dieser schwere Einbruch folgt auf ein bereits enttäuschendes Jahr 2025. Damals empfing Kuba nur 1,81 Millionen ausländische Feriengäste – das schlechteste Ergebnis seit 2002 und weit entfernt vom ursprünglichen Regierungsziel von 2,6 Millionen Besuchern.

Internationale Hotelketten ziehen sich aus dem Land zurück

Die Krise eskalierte im Mai erheblich, als die USA harte Sanktionen gegen den mächtigen Konzern GAESA verhängten, der direkt unter der Kontrolle des kubanischen Militärs operiert.

Mehrere multinationale Hotelbetreiber kündigten daraufhin rasch ihre bestehenden Verträge, um den Konsequenzen der US-Sanktionen zu entgehen. Gleich sieben große globale Marken verließen das Land in aller Eile. Da diese Unternehmen zusammen 46 Prozent aller Zimmer in diesem Geschäftsmodell verwalteten, hinterließ ihr plötzlicher Abzug eine gewaltige Lücke in der Übernachtungskapazität des Landes.

Im Juli wurden die Beschränkungen nochmals ausgeweitet. Als direkte Folge gab Meliá Hotels International offiziell bekannt, den Betrieb ihrer 34 kubanischen Hotels zum 24. Juli vollständig einzustellen.

Kurz darauf entschieden sich weitere Branchengiganten wie Iberostar und Barceló, ihre Aktivitäten auf der Insel ebenfalls einzustellen. Für diese spanischen Multis bedeutete der unfreiwillige Rückzug das endgültige Ende einer mehr als dreißigjährigen Präsenz auf dem lokalen Tourismusmarkt.

Als Begründung für ihren Abzug verwiesen die Unternehmen vor allem auf unüberwindbare betriebliche, rechtliche und wirtschaftliche Hindernisse. Dieser sich beschleunigende Kollaps zeigt eindrücklich, wie dramatisch sich die Geschäftsbedingungen für die Reisebranche in der Region im Laufe des Jahres 2026 verschlechtert haben.

Author

  • Felix Schneider ist ein deutscher Autor, der praktische Ratschläge zu Haushalt, Garten und smarter Alltagsorganisation teilt. Seine Beiträge helfen dabei, den Alltag einfacher und effizienter zu gestalten. %page%

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